Hightech aus Langenaubach

Hightech aus Langenaubach

CDU besucht Mahlwerke Kreutz - Zirkonoxid wird in der Raumfahrt eingesetzt

Haiger-Langenaubach (rstjlu). Wie eine Trutzburg thront die Firma Kreutz oberhalb des Halgerer Stadtteils Langenaubach. Doch was sich hinter den Mauern des welthin sichtbaren Mahlwerkes verbirgt, wissen die Wenigsten. Die CDU-Kreistagsfraktion wagte jetzt einen Blick hinter die Kulissen und stellte fest, dass im nördlichen Dlllkrels ein "Hoch-leistungswerk" zu finden ist, dass "weltweit aktiv und erfolgreich ist", wie es die Bundestagsabgeordnete Sibylle Pfeiffer ausdrückte. Zirkonoxid, das in Langenaubach gemahlen wurde, wird sogar in der Raumfahrt eingesetzt.

Die Erfolgsgeschichte des Werkes - und des Unternehmers Helmut Kreutz- begann wenige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg. Der gebürtige Niederdresselndorfer gründete 1953 mit drei Angestellten eine GmbH und profitierte zunächst vom Gewinn eines Schiefertones aus der eigenen Grube in Langenaubach, der bei der Produktion von "Terrazzo" genutzt wurde. Dieser Werkstoff galt als "Schiefer des kleinen Mannes" und wurde für Treppen, Fensterbänke oder als Bodenbelag genutzt. Die Angebotspalette wurde erweitert, als Kreutz erkannte, dass sich der Schieferton aus Langenallbach hervorragend als Glasurträger für die Keramikindustrie eignet. Der gemahlene Schieferton wurde den Westerwälder Keramikunternehmen verkauft.

Material wird fein vermahlen
Als nächster Schritt folgte die von der Industrie geforderte "eisenfreie Vermahlung" von Stoffen wie Zircon, Aluminiumoxid, Bauxit oder Siliciumcarbid. Diese Feinstvermahlung
erfolgt auch heute noch im Mikrometerbereich und hat die Firma Kreutz international bekannt - und erfolgreich - gemacht. Der aus Australien, Südafrika oder den USA importierte Sand (Zirkonsilicat) wird von 0,1 Millimetern Stärke aufbis zu fünf "Mikron" vermahlen - ein Mikron ist der tausendste Teil eines Millimeters.

Produktion im Schichtbetrieb
Das Material wird in Hightech-Branchen eingesetzt. Zum Beispiel in künstlichen Hüftgelenken oder in der Raumfahrt da das feine Zirkonit erst bei 2700 Grad schmilzt, wird unter anderem der Hitzeschild der europäischen Trägerrakete "Ariane" aus diesem Material produziert.
Die Geschäfte in Langenaubach laufen gut. "Wir haben Kunden in der ganzen Welt", berichtet Ulrike Kreutz, die gemeinsam mit ihrem Schwager Manfred Kiehl das Geschäftsführungs-Duo des Unternehmens bildet. Die fertigen Produkte werden an die keramische Industrie sowie Glasproduzenten in Europa und Übersee geliefert.
Der heimatverbundene Firmengründer Helmut Kreutz hatte sich stets gegen eine Verlagerung der Firma ausgesprochen, und so entstand oberhalb der Landesstraße ein Firmenareal mit 24000 Quadratmetern, auf dem derzeit 100 Mitarbeiter im Dreischichten Betrieb tätig sind. Jährlich werden in Langenaubach bis zu 100000 Tonnen Material verarbeitet. "Es war ein sehr interessanter Besuch. Wir haben ein Hochleistungswerk kennen gelernt, das im Kreis seinesgleichen sucht", bilanzierte die Bundestagsabgeordnete Sibylle Pfeiffer. Mit kostenintensiven Technologien und hohen Betriebskosten würden in Langenaibach "Produkte der Extraklasse" gefertigt. Die Abgeordnete wurde bei ihrem Rundgang begleitet von den Mitgliedern der Kreistagsfraktion Karl-Heinz Schneider, Karl Heinz Schüler, Hans Jackel und Ursula Landau.

Geschäftsführer Manfred Kiehl (3. v.r.) erläuterte der Besuchergruppe um Sibylle Pfeiffer (2. v.r.) die Betriebsabläufe in den Mahlwerken Kreutz. (Foto: privat)